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Stromtariferhöhungen; offener Brief an den Stadtrat; Stellungnahme

20. September 2022

Rolf Stäuble gelangte anfangs September mit einem offenen Brief an den Stadtrat Laufenburg und an die Neue Fricktaler Zeitung. Im Interesse der Bürgerinnen und Bürgern von Laufenburg bat er den Stadtrat Laufenburg, im Zusammenhang mit den Stromtariferhöhungen einige Fragen zu beantworten. Der Stadtrat Laufenburg konnte die Fragen mittlerweile erörtern und nimmt aus Gründen der Transparenz gerne dazu öffentlich Stellung:

  1. Ist sich der Stadtrat Laufenburg bewusst, dass mit der Stromerhöhung von über 180% ganz viele Haushalte, namentlich auch in der Altstadt, aber auch die KMU's bis hin zu aus meiner Sicht möglichen Grosskunden (Spital, Fa. Erne, Bäckerei Maier usw.) massiv betroffen sein werden? Falls diese Frage mit einem ja beantwortet werden könnte. Weshalb hat der Stadtrat das Schreiben der Elektrizitätsversorgung Laufenburg vom 25. August 2022 nicht mitunterzeichnet?
  • Dem Stadtrat ist bewusst, dass die Stromerhöhung viele Haushalte massiv betreffen wird und hat im Schreiben vom 25.08.2022 mit einem Beispiel auch auf die Auswirkungen hingewiesen. Im Gegensatz zu den Haushalten haben die Grosskunden die Möglichkeit, die Energie am freien Markt zu beziehen. Aufgrund der hohen Marktpreise werden jedoch auch sie von den hohen Preisen betroffen sein.
     
  1. Ist sich der Stadtrat Laufenburg bewusst, dass diese massive Stromerhöhung auch direkte Auswirkungen auf die Wasserversorgung haben wird und damit den Einwohnerinnen und Einwohnern schon bald eine weitere Kostenerhöhung bei der Wasserrechnung in Aussicht gestellt werden muss?
  • Die höheren Stromkosten wurden im Budget 2023 berücksichtigt. Nebst der Wasserversorgung auch beim Abwasser und den gemeindeeigenen Liegenschaften.
     
  1. Ist sich der Stadtrat Laufenburg bewusst, dass, aufgrund dieser massiven Stromerhöhung, diverse Grosskunden aus der Elektrizitätsversorgung Laufenburg austreten und dies weitere negative Folgen auf unser Gemeindewerk haben könnte?
  • Die Möglichkeit, dass Grosskunden die Energie am freien Markt beschaffen besteht seit 01.01.2022, als das Netz der EVL Laufenburg vom deutschen an das Schweizer Regelnetz angeschlossen wurde. Es ist jedoch nicht so, dass Grosskunden aus der EVL austreten können. Sie können lediglich die Energie am freien Markt beschaffen, die Netzkosten entrichten sie weiterhin an die EVL.
     
  1. Ist sich der Stadtrat Laufenburg bewusst, dass es reines Wunschdenken der Elektrizitätsversorgung Laufenburg ist, dass (Zitat des Schreibens vom 25. August 2022) "sich die Situation am Markt dereinst beruhigt und die Tarife wieder auf ein tieferes Niveau fallen werden?"
  • Dem Stadtrat ist es bewusst, dass das sehr tiefe Preisniveau der letzten Jahre über lange Zeit wohl nicht mehr erreicht werden wird. Jedoch ist davon auszugehen, dass sich die exorbitant hohen Marktpreise von teilweise >CHF 1.-/kWh wieder auf ein tieferes Niveau bewegen werden.
     
  1. Wie kann sich der Stadtrat Laufenburg die massiv höheren Strompreise gegenüber der Gemeinde Kaisten erklären? Kann es sein, dass die Frühwarnzeichen der ElCom vom Oktober 2021 nicht analysiert und zeitgerechte Vertragsabschlüsse gemacht wurden?
  • Die Elektrizitätsversorgung Laufenburg hat die Energie für die Jahre 2021 und 2022 noch im Jahr 2020 beschafft. Seither sind die Strompreise am Markt stetig gestiegen, weshalb mit der Beschaffung für 2023 abgewartet wurde. Allgemein wurde erwartet, dass sich der Markt ab Frühling 2022 wieder beruhigen und mit tieferen Beschaffungskosten gerechnet werden kann. Der Krieg in der Ukraine hat jedoch genau das Gegenteil bewirkt; durch die ausbleibenden Gaslieferungen stieg der Marktpreis für Strom sprunghaft an. Dies daher, weil der Strompreis einen direkten Zusammenhang mit dem Gaspreis hat.
    Der Stadtrat geht davon aus, dass Kaisten die Energie für 2023 noch im 2020 beschafft hat und deshalb von einer grösseren Preiserhöhung erst im 2024 betroffen sein wird.

     
  1. Ist sich der Stadtrat Laufenburg bewusst, dass es zukünftig nicht genügt und den Bürgern unter dem Strich auch nichts bringt (Zitat Schreiben vom 25. August 2022 der Elektrizitätsversorgung) "die Stromrechnungen alle zwei Monate an die Haushalte zu verschicken"?
  • Der Stadtrat vertritt die Ansicht, dass es den Bürgern etwas bringt, die Rechnungen in kleineren Turnussen zu verschicken. Viele Bürger bevorzugen mehrere kleinere Rechnungen über das Jahr verteilt, als eine grosse Rechnung Ende Jahr. Die Verkürzung der Periodizität der Rechnungsstellung wäre in den nächsten Jahren sowieso vorgesehen gewesen, sobald flächendeckend Smart-Meter Zähler eingebaut und die automatische Ablesung möglich ist. Dem Stadtrat ist jedoch bewusst, dass der Gesamtbetrag der Rechnung auch bei mehreren Rechnungsstellungen gleich hoch bleibt.
     
  1. Was gedenkt der Stadtrat Laufenburg auf strategischer (beispielsweise Beitritt zum AEW-Stromverbund, spezielle Förderung der privaten Sonnenenergie) sowie auf operativer Ebene (Stromsparen in der Verwaltung, in der Öffentlichkeit usw.) konkret zu tun? Wie sehen die zeitlichen Verhältnisse zu diesen Massnahmen aus?
  • Aufgrund der Tatsache, dass die Stromkosten auch in den kommenden Jahren auf einem hohen Niveau bleiben werden, macht sich der Stadtrat auf verschiedenen Ebenen Gedanken dem entgegenzuwirken. Dazu gehört Eigenstromerzeugung und Stromsparen (z. Bsp. Öffentliche Beleuchtung) – um nur zwei Themen zu nennen.
     
  1. Ist der Stadtrat Laufenburg bereit, an der Wintergemeinde 2022 ausführlich über das Thema Strom zu orientieren und über erste Anträge abstimmen zu lassen?
  • Das weitere Vorgehen wird der Stadtrat in den nächsten Wochen bestimmen. Die Bevölkerung wird am Montag, 24. Oktober 2022, 19.00 Uhr in der Stadthalle Laufenburg zu einer Informationsveranstaltung bezüglich dieser Thematik eingeladen. Voraussichtlich werden auch Vertreter der evupartners sowie von der Energiedienst an der Informationsveranstaltung anwesend sein.


Der Stadtrat Laufenburg hofft, mit dieser Stellungnahme zum offenen Brief einige Fragen und Unklarheiten klären zu können. Weitere Informationen werden im Rahmen der Informationsveranstaltung bekannt gegeben, an welcher selbstverständlich auch weitere Fragen gestellt werden können.

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